Tuesdate Kolumne #1 // People in public

Ausgerechnet dann, wenn man Feierabend hat und sowieso nur noch nach Hause möchte, begegnen einem natürlich die beste Sorte Mensch. Die, die nämlich überhaupt keine Rücksicht nehmen sowie jene, die auch nach zwanzig Mal Bahn fahren noch nicht wissen wies läuft.
Ich laufe also nach der Arbeit zu meiner Haltestelle und male mir im Kopf aus was ich nachher koche und was ich noch erledigen muss. Blöd nur, dass ich anscheinend der einzige Mensch auf diesem Planeten bin, der Multitasking beherrscht und trotz stressigem Tag das Wort Rücksicht kennt 😉

Typ Nr. 1: Der “Lass-mich-mal-durch-Typ”
Dem ist es egal, ob du auch in die selbe Richtung möchtest. Er versucht irgendwie an dir vorbeizuziehen und es ist ihm egal, ob sein Schirm deinen Kopf rammt oder er dir fast deinen Schuh auszieht. Der ist nämlich mindestens so penetrant wie die Oma im Supermarkt, die unbedingt SOFORT ihre Ware aufs Band legen möchte und von hinten in dein Ohr atmet.
Ende vom Lied: Auch nach 5 Minuten wartet Mr. Hektik immer noch auf seine Bahn.

Typ Nr. 2: Die “In-der-Lichtschranke-Steher”
Das sind mir die Liebsten. Es ist ja nicht so, als wären diese Systeme in den Bahnen brandneu – nene. Und ja, eigentlich sollte es auch jedem klar sein wie das funktioniert. Signale, Lichtschranken oder ähnliches sollten frei bleiben, damit sich die Türen schließen können. Damit wir, so der Lokführer “die Fahrt fortsetzen können”. Der möchte nämlich mit Sicherheit auch endlich in den Feierabend starten. Wäre da nicht der Typ mit dem blau-karierten Hemd, der dieses System wohl nicht ganz verstanden hat und die Schließung blockiert. Grandios.

Typ Nr. 3: Die “Ich-kann-nicht-warten-bis-ich-zuhause-bin-Esser”
So sehr ich Essen auch liebe – bitte – warum muss es in der Bahn sein. Wieso? Wenn du meinst gleich zu verhungern dann kauf dir doch bitte eine geruchsneutrale Bretzel oder lutsch ein Bonbon. Aber no way – er packt seinen Leberkäswecken aus und spült alles noch mit Energy nach. Klar. Fehlt nur noch dessen Freund, der mit seinem Döner einsteigt und überall die Zwiebeln verliert.

Typ Nr 4: Der “Jeder-muss-mich-hören-Mensch”
Wir leben im 21. Jahrhundert und die Technik hat es bereits geschafft Headsets zu erfinden, wirklich! Warum genau müsst ihr so laut sprechen, dass jeder Fahrgast gezwungen ist mitzuhören. Richtig – um keine wichtigen Details zu verpassen! Und wieso hält man sein Handy so hoch, dass alle Reisenden die Facetime-Gespräche mitverfolgen können? Fragen über Fragen. Schön, dass ich jetzt weiß wie das Schlafzimmer des Freundes aussieht.

Typ Nr. 5: Der “Ich-hab-den-größten-Rucksack-Typ”
Ja, ich gehe auch auf Reisen und ja ich habe dort meistens Gepäck dabei. Einziger Unterschied an dieser Sache ist: Ich fahre nicht zur Rushhour. Wenn die Bahnen nämlich sowieso schon überfüllt sind, dann kann ich wirklich auf große Koffer, Rucksäcke und Fahrräder verzichten.

Also wirklich Leute, ich mag Bahnfahren. In den Ferien. Oder immer dann, wenn ich in Ruhe lesen oder GossipGirl schauen kann 😉