Eiszeit.
Ich wollte immer nur Gutes. Für dich.
Habe versucht deinen Kummer zu bekämpfen. Dir zur Seite zu stehen.
Zu helfen.
Doch alles was ich erhalten habe ist: Distanz.
Dachte wir wären über diesen Punkt hinaus. Dachte es wäre alles nur eine Phase.
Aber: Die Lücke wurde größer. Sicherheitsabstand. Bloß nicht zu nahe kommen. Monate um Monate zieht sich diese Kluft langsam auseinander. So wie Kaugummi.
Und ich weiß nicht wieviel Zeit es kostet das alles wieder mit Leben zu füllen. Mit Geschichten und Erinnerungen.
Mit Lachen.
Du lässt es nicht zu. Lässt nicht zu, dass ich mich um dich sorge.
Blockst ab, wenn ich helfen möchte.
Ignorierst mich, wenn ich Kritik äußere.
Ich habe versucht deine Mauer zu durchbrechen. Habe geklopft, gehämmert und versucht außen herum zu laufen. Habe versucht die feinen Risse größer zu machen, die du ordentlich verspachtelt hast. Vergebens.
Ich verstehe nicht, wieso du mich nicht reinlässt.
Wieso du nicht stolz sein kannst. Auf mich.
Wieso du nicht zuhören kannst. Willst.
Du kennst mich nicht.
Du weißt nicht mehr wer ich bin. Du willst es auch nicht wissen. Und das ist das Schlimmste daran.
Du nimmst keinen Anteil an meinem Leben. Wieso erwartest du das dann?
Du weißt nicht was ich tue. Was ich liebe. Wie ich lebe.
Siehst nur die Schicht, die an der Oberfläche schwimmt.
Durchbrechen wolltest du sie nie.
Kannst es nicht ertragen mich glücklich zu sehen. Überhaupt zu sehen.
Ich bin gespalten. Zwischen Wut und Traurigkeit.
Enttäuschung.
Ein Wettlauf. Gegen mich. Uns.
Haben uns aus den Augen verloren.
Irgendwie.
Würde dich so gerne retten, aber ich kann nicht.
Kann meine Gefühle nicht mehr hinten an stellen.
Verliere mich sonst selbst.
Warf dir immer wieder den Schwimmring zu. Doch du hast ihn liegen lassen.
Hab so oft versucht dich ins Boot zu ziehen. Und bin fast gekentert.
Die Wellen werden immer größer. Und irgendwann zerschellen sie.
Und wenn ich nicht aufpasse – an mir.
Deine Wärme ist schon lange verflogen.
Entwich’ stets ein bisschen mehr. Wie durch ein offenes Fenster.
Und wenn ich heute auf die Stufe trete kommt mir eiskalte Luft entgegen.
Eiszeit.
Waren mal ein Team. Und spielen nun nur noch gegeneinander.
Hast mir so oft deine Abneigung gezeigt. Spüren lassen.
Hast dich für die gegnerische Seite entschieden.
Habe versucht dagegen anzukommen, aber dein Hass ist größer.
Hast dich immer nur zweitklassig gefühlt. Neben mir.
Dabei habe ich dir nie etwas getan.
Nicht bewusst. Niemals absichtlich.