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Buchreview | Tabu – Ferdinand von Schirach

Zum ersten Mal habe ich mich an einen Autor gewagt, der bisher gar nicht meinen Interessen oder Genre entsprach. Früher, das kennen wir alle, haben wir die literarischen Bücher und Texte unserer Lehrer gehasst. Wir haben sie vorgelegt bekommen und mussten die 300 Seiten durchwälzen ohne überhaupt zu verstehen was diese Zeilen bedeuten. Mit vielen Fremdwörtern und anschließender Interpretation. Ob wir wollten oder nicht. Ansonsten hieß es wohl 6 – setzen. Während ich damals gar nichts außer Bahnhof verstanden habe ergibt inzwischen alles so viel mehr Sinn. Literatur erhält nun viel mehr Gewicht. Heute lese ich ein literarisches Werk aus freien Stücken, aus voller Überzeugung und nehme mir bewusst Zeit dafür.

Tabu – Ferdinand von Schirach
[Werbung unbezahlt, da Autorennennung]

Sobald sich das Licht der Farben
Grün, Rot und Blau
in gleicher Weise mischt
erscheint es uns als Weiß.

Ferdinand von Schirach erzählt von dem kleinen Jungen Sebastian, der sehr in sich gekehrt ist und von der Familie keine Wärme erhält. Er flüchtet sich in die Kunst. Im weiteren Verlauf des Buches muss er sich vor Gericht verantworten, denn ihm wird vorgeworfen eine junge Frau ermordet zu haben. Es kommt zu einem Verhör mit der Diskussion ob Folter in verschiedenen Situationen angebracht sei oder nicht.

Irgendwie hat es zwischen Ferdinand und mir nicht gefunkt. Wir wurden nicht richtig warm. Sein Schreibstil gefällt mir gut weswegen ich mich auch in Zukunft noch an eines seiner Bücher wagen werde. Strafe. Schuld. Terror. Ich habe seinen Gedanken schlichtweg nicht folgen können. Nur am Ende. Dort bin ich aufgeblüht und die Spannung hat eingesetzt. Für mich leider zu spät. Den Sinn des Titels habe ich leider nicht verstanden. Geht es hierbei um die Folterdebatte oder um Sebastian selbst? Dies wird in dem Kriminalroman zu wenig behandelt.

Wenn ihr eine Idee habt lasst uns gerne diskutieren.

Die interessanteste Frage die sich in diesem Buch stellt ist: Was ist Wahrheit und was ist Wirklichkeit? Wie schwierig ist es die Wahrheit innerhalb des Justizsystems herauszufinden und die Schuldfrage zu klären?

“Wozu dieser wahnsinnige Aufwand? Für die Kunst? Für die Wahrheit?”

“Wir glauben, was wir tun, sei wichtig und wir würden etwas bedeuten. Wir glauben, wir wären sicher, die Liebe wäre sicher und die Gesellschaft und die Orte, an denen wir wohnen. Wir glauben daran, weil es anders nicht geht. Aber manchmal bleiben wir stehen, die Zeit bekommt einen Riss und in diesem Moment begreifen wir es: Wir können nur unser Spiegelbild sehen.”

 

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1 COMMENT
  • Anja S.
    2 Monaten ago

    Hey, ich glaube, dass das Buch zur mir auch nicht passen würde. Meistens lese ich Psychothriller, aber zu verworren und hintergründig darf es auch nicht sein.
    Liebe Grüße
    Anja von Castlemaker.de

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