Buchreview | April 2019

[Werbung, da Autorennennung]
Bis die Liebe uns findet (Teil 1 und 2) – Keff Vidala

 

“Was ist das für ein Leben, wenn du aufwachst und weinen musst, weil du alles hast, doch alles ist nichts, wenn es nichts gibt, das alles ist.

“Ja, du bist wunderschön in allem, was du tun wirst, in allem, was du sein wirst. Ich bin alles, was du willst, denn alles, was du bist, ist alles, was ich will.”

“Meine Mutter hat mir erzählt, egal, was du hast, selbst wenn du nur Husten hast, gibt es Medikamente, die dich sofort heilen können. Und die Menschen essen zwei bis drei Mal am Tag. Sie besitzen sogar so viel Essen, dass sie einiges davon wegschmeißen müssen.”

Meistens greife ich im Buchhandel zu den Bestsellern. Denn diese wurden ja schließlich für gut empfunden. Aber was macht man, wenn dich keines auf der aktuellsten Bestenliste anspricht? Genau, dann schlendert man herum oder sucht sich online ein paar Empfehlungen.
Bis die Liebe uns findet ist auf einer wahren Begebenheit geschrieben worden. Der afrikanische Junge Keff ist anders als seine Schulkollegen. Er schreibt Liebesgedichte und Poesietexte und glaubt zudem an die wahre Liebe.

Bis zu dem Zeitpunkt, als er selbst verletzt wird. Von da an fängt er an unfair mit den Frauen umzugehen und sie zu benutzen. Er rutscht in die Partyszene ab und beginnt Drogen zu nehmen. In seiner schlimmsten Phase, tief in Depressionen gestürzt, trifft er auf die muslimische Aaliyah. Sie verändert sein Leben – doch sie trägt ein dunkles Geheimnis mit sich.

Leider hat mich diese Geschichte, auch wenn sie wahr sein soll, nicht so richtig gepackt. Ich las von tiefen Emotionen, tränenreichen Lesern und Leserinnen, aber das kann ich leider so nicht unterschreiben. Dabei bin ich selbst auch sehr emotional. Es gibt zwar einige Stellen im Buch, die mich auch zum Nachdenken angeregt haben und auch einige Zitate, die ich bewusst rausgeschrieben habe – aber der Funke ist noch nicht ganz übergesprungen.

Keff bindet desöfteren seine Schriftstücke aus seiner Jugend ein, die er in verschiedenen Situationen geschrieben hat. Diese sind auch wirklich schön und nachdenklich, aber eben nichts was mich zu Tränen rührt. Die ersten Seiten um ins Buch hinein zu gelangen fand ich vielversprechend. Dennoch hat sich seine komplette Story ziemlich in die Länge gezogen. Ich wollte ihn aber noch nicht aufgeben und las auch den zweiten Teil.

Die Fortsetzung hat mir wesentlich besser gefallen. Hier geht es um zwei geheimnisvolle Briefe, die ihn völlig aus der Fassung bringen und um eine neue Bekanntschaft. Auch über seine Kindheit erfährt man einiges. Das zweite Buch war so viel lebhafter als das erste. Ob ich den dritten Teil auch noch lesen werde weiß ich noch nicht – auch wenn ich natürlich gespannt auf das ganz große Ende hinblicke. Ich werde auch auf jedenfall davon berichten.

 

After work – Simona Ahrnstedt

“Werte müssen von innen kommen. Es genügt einfach nicht, nur über Vielfalt zu reden. Wir müssen auch handeln. 

“Wenn man Angst hat und meint, kein Recht darauf zu haben, Teil der Gesellschaft zu sein, wird man feige und verpasst das Wichtigste im Leben. Man versäumt es zu leben.”

Lexia Vikander arbeitet in einer schwedischen Werbeagentur. Als die Firma eines Tages von einem großen Konzern aufgekauft wurde hat sie tierische Angst um ihren Job. Sie zieht los in eine Bar und stürzt sich in den Alkohol. Dort lernt sie den aufregenden Adam Nylund kennen. Sie schüttet ihm ihr Herz aus, spricht über ihre Ängst und am späten Abend kommt es auch noch zu einem intensiven Kuss. Leider währt diese Freude nur kurz – denn als Lexia am nächsten Tag ins Büro kommt kann sie nicht fassen, wer ihr neuer Chef ist. Adam.

Lexia ist etwas kräftiger gebaut und macht sich deswegen oft selbst runter. Man erfährt, mit welchen Anfeindungen und Vorurteilen sie als kurvige Frau ihr Leben lang zu kämpfen hatte. Mein erster Kritikpunkt ist, dass dies absolut nicht dem Cover entspricht – was ich sehr schade finde. Ein Cover macht ja doch etwas mit seiner Vorstellungskraft.
Ihr Gewicht und die Arbeit wird desweiteren viel zu oft im Buch thematisiert – dabei soll es doch größtenteils um Lexia und Adam gehen.
Die Idee zum Buch ist eigentlich relativ banal und an manchen Stellen mehr als klischeehaft. Meine Erwartungen vom Klappentext wurden, sage ich mal, teilweise erfüllt. Ich hätte mir etwas mehr Witz in der ein oder anderen Situation erwartet.

An sich hat mir die Story bzw. der Gedanken dahinter gefallen, aber dieser wurde ziemlich in die Länge gezogen und es war dann wirklich langwierig. Statt den ca. 600 Seiten hätten es mit Sicherheit einige weniger sein können. Die Bindung zu den Charakteren fiel mir außerdem sehr schwer.
Das Buch wurde abwechselnd aus beiden Sichtweisen erzählt, was mir generell immer ziemlich gut gefällt. Der Schreibstil der Autorin dafür leider weniger.
Im Großen und Ganzen gebe ich dem Buch leider keine Empfehlung.

2 Gedanken zu „Buchreview | April 2019“

  1. Ich bin zur Zeit gar nicht informiert, was sich aktuell so in den Bestseller-Listen tummelt! Ich hänge immer noch am 6. Band meiner bisher 8-teiligen Buchreihe fest und lese erstmal nichts anderes. Schade, dass dich die Bücher nicht so angesprochen haben!

    Liebe Grüße
    Jana

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